Im Sommer ist es wieder so weit: das traditionelle Skûtsjesilen hält ganz Friesland im Bann! Jeder, der sich auch nur etwas für das Segeln interessiert, verfolgt den Wettstreit der historischen Frachtschiffe.
Vom Ufer aus spähen die Zuschauer zu den Schiffen, die um die höchste Ehre kämpfen.
Die Skûtsjes waren so gebaut, dass sie mühelos Torf, Dung und andere Sachen zu den Bauernhöfen bringen konnten. Da die Schiffe durch seichtes Wasser fahren mussten, waren sie lang und flach gebaut. Mit Segelwettbewerben konnte sich der Schiffer ein willkommenes Extra verdienen. Schankwirte, die sich von den Segelwettbewerben etwas versprachen, machten Verträge mit den Schiffern, um auf diese Weise mehr Zuschauer, also Kunden, zu bekommen. Die Preise wurden im Bierlokal ausgereicht und der gewinnende Schiffer musste natürlich eine Runde geben.
Rücklaufendes interesse...
Mit dem Aufkommen der Wassersportvereine, rund 1850, wurden die Wettbewerbe von den Clubs übernommen, gesteuert durch Honorationen. Das bedeutete das Ende des Segelns um Geldpreise. Auch durch das Aufkommen des Benzinmotors ging das Interesse für die Skûtsjes zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen einige Skûtsjefans die Initiative, dem Skûtsjesegeln wieder neues Leben einzublasen. Und jetzt, nach über fünfzig Jahren, blüht dieser Sport mehr als je zuvor.
Vom ranjajungen bis zum schiffer
Seit 1946 wird das Skûtsjesilen von der S.K.S., die Sintrale Kommisje Skûtsjesilen organisiert. Die S.K.S.-Klasse besteht aus vierzehn Schiffen, die für ihr Dorf oder ihre Stadt an den Start gehen.
Nur echte Skûtsjes, bei denen der Kapitän aus der Welt der Schiffer kommt, dürfen mitmachen. Die Kapitänsmütze wird vom Vater an den Sohn vererbt. Es sind daher auch die Familien, die gegeneinander kämpfen. Bekannte Schifferfamilien sind zum Beispiel die Zwagas, die Meeters und die Brouwers. So kann es sein, dass der Enkel als Ranjajunge für die Bevorratung der Mannschaft sorgt, der Sohn an der Fock sitzt und ‘Pake’ (Opa) am Ruder steht.
Leidenschaftlicher segler?
Wenn Sie kein Schiffer von Geburt sind, aber ein Plattbodenboot besitzen und ein leidenschaftlicher Segler sind, dann dürfen Sie sich am I.F.K.S.-Skûtsjesilen beteiligen! I.F.K.S. bedeutet 'Iepen Fryske Kampioenskip Skûtsjesilen’ und ist für alle bestimmt, auf welche die obige Beschreibung zutrifft! Diese schönen, in den ursprünglichen Zustand zurückgebrachten Plattbodenboote segeln nicht nur beim IFKS, sondern sie stehen auch für Segeltouren oder Firmenwettbewerbe zur Verfügung.